Sein umfangreiches kompositorisches Schaffen und musikalisches Wirken strahlt längst weit über die Metropolregion hinaus, und doch ist er vielen Ensembles, Chören, Künstlerinnen und Künstlern gerade auch in Fürth aufs Engste verbunden. Immer wieder beauftragen sie Heinrich Hartl mit Programmen und Kompositionen, so z. B. das Stadttheater Fürth mit dem überaus erfolgreichen Abend „Wenn ick mal tot bin“, mit Jutta Czurda als kongenialer Partnerin, die Musikschule Fürth zur Eröffnung des neuen Hauses 2006 oder die Stadt Fürth zum 1000-jährigen Jubiläum 2007. Sein umfassendes Œuvre reicht vom Orchesterwerk bis zu Klavierstücken, von Oper bis Chor, von Geige bis Zither. Doch seine heimliche Liebe gilt der Vertonung von Gedichten und der Begegnung von Musik und Literatur, ist doch Lyrik für ihn „wie Musik, wie Farbe und Licht“ ein bemerkenswerter Vergleich angesichts der Tatsache, dass Heinrich Hartl seit seiner Geburt blind ist.
Preisverleihung: Sonntag, 4. November 18.00 Uhr Kulturforum Fürth
Thomas Senne, BR-Klassik am 16.1.2012 (zur Info-Seite des BR)
Sendebeitrag anhören (MP3, ca. 51 MB)
In einer vertikalen musikalischen und akustischen Bewegung entdecken der Komponist Heinrich Hartl und die Künstlerin Birgit Ramsauer Klangräume der Stadt Nürnberg neu. Der blinde Komponist Heinrich Hartl sucht in seiner Heimatstadt Nürnberg die Orte mit mir auf, die für ihn als Komponist eine herausragende Bedeutung haben. In einem Zusammenklang mit Räumen hat er für jeden Raum einen musikalisch-akustischen spezifischen Ausdruck gefunden. Aus den Tiefen der unterirdische Gewölbe am alten Kanal, zum Kunstbunker zur Instrumentensammlung des Germanischen Nationalmuseums steigen sie auf bis zur Spitze der Lorenzkirche.
Anläßlich des 40-jährigen Schuljubiläums der Veit-Stoß-Realschule komponierte Heinrich Hartl das Musical »Veit«.
Das Libretto schrieb Gabriele Küffner. Aufführende waren 180 Schülerinnen und Schüler und 35 Lehrkräfte der Schule.
Laudatio anläßlich der Preisverleihung
Heinrich Hartl ist ein Komponist unserer Zeit, inmitten unserer Zeit. Seine Kompositionen sind Reflexionen der Zeit, unserer Zeit, unseres Jahrhunderts.
Mittels seiner Musik Licht ins Dunkel zu bringen, in das Dunkel der Geschichte ebenso wie in das Dunkel der Fantasie ist ihm zentrales Anliegen.
Stets hat seine Musik etwas zu sagen mehr noch etwas zu fragen.
»Musik wohin, in unserer Zeit?« wenn es nach Heinrich Hartl geht, ins Reich der Fantasie, der Illusion, der Poesie, der Stille.
Stille, Nachdenklichkeit ohne etwas zu verschweigen.


Fotografie: Herbert Liedel

Fotografie: Rudi Ott
